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Bücherblog von unserer Mitarbeiterin Claudia Lemon

Die Töchter der Ärztin - Zeit der Sehnsucht von Helene Sommerfeld

Ich fand die beiden Perspektiven, die die Autorin hier darstellt sehr unterschiedlich und äußerst interessant. Mein persönlicher Favorit war die Sequenz in Afrika. Hier hat man noch deutlich den dort zu der Zeit herrschenden Rassismus und "die Stellung der Frau" gemerkt. Beides interessante Themen, die nicht unausgesprochen bleiben sollten. Ich war teilweise entsetzt, gerade im Bezug auf den herrschenden Rassismus. Unsere Protagonistin Antonia setzt sich gegen die Männer sehr gut durch und zeigt, dass augenscheinliche "Männerberufe" keine solchen bleiben sollten. Eine sehr starke Persönlichkeit, die mir gut gefiel. Ein wirklich gelungener Auftakt mit tollen Protagonistinnen. Ich freue mich auf Band 2, der bereits 2023 erscheinen soll. 

 

 

Mutterherz von Tess Gerritsen

Tess Gerritsen hat mir mit ihrem neuesten Fall rund um das Duo Rizzoli und Isles wieder spannende Lesestunden beschert. Ein von ihr klassisch aufgebauter Thriller, der wieder einmal mehrere Baustellen beherbergte. Die Zusammenführung der einzelnen Fäden ist der Autorin auch dieses Mal wieder hervorragend gelungen. Die Ermittlungsarbeit war solide und nachvollziehbar, ebenso die lückenlose Aufklärung. Ein Wiedersehen mit den Figuren war mir nach gut fünf Jahren eine besondere Freude, auch wenn ich gerne noch mehr Privates von ihnen gehabt hätte. Tess Gerritsen versteht es, überall kleine Hinweise zu streuen, die ich zwar gesehen und registriert habe, aber beim Lesen noch in keine logische Verbindung bringen konnte. Ich bin begeistert und hoffe, dass nicht wieder so viele Jahre ins Land ziehen müssen, bevor ich den nächsten Rizzoli und Isles-Thriller in meinen Händen halten kann.  

Einsame Nacht von Charlotte Link

Charlotte Link hat mich nach einer Wartezeit von zwei Jahren mit diesem vierten Teil ihrer Reihe um Kate Linville und Caleb Hale begeistern und mitreißen können. Caleb Hale war jetzt nicht so präsent wie sonst, dafür gab Kate Linville ihr Bestes. Die Autorin hat erneut mehrere lose Fäden von einzelnen Fäden gestreut, die am Ende zusammengeführt werden. In der Zwischenzeit hat der Leser genug Zeit mit zu rätseln und zu fiebern. Ein alter Fall aus dem Sommer wird ebenfalls wieder zur Sprache gebracht, was mir gut gefiel. Was mit einem wirklich erschütternden und grausamen Prolog beginnt, findet schlussendlich sein Finale und die passende Aufklärung. Diese fand ich jetzt ein wenig nichtssagend, aber insgesamt ist das Buch erneut ein Highlight für mich geworden. Hoffentlich gibt es 2023 weiteren Nachschub der Autorin. 

Die Haushälterin von Joy Fielding

Joy Fielding hat mich mit diesem Buch total in ihren Bann gezogen. Ich konnte das Buch teilweise kaum aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Die Autorin hat hier so viele wahre Worte geschrieben, die mich mitten ins Herz trafen. Eine komplett authentisch dargestellte Story, die enorme Spannungssteigerungen enthält. Der Aufbau der Geschichte und der hohe Spannungsbogen gefielen mir ebenso gut wie die Charaktere. Das Ende war für mich stimmig und authentisch. Ein wahres Highlight in diesem Jahr!

Die Toten von Fleat House von Lucinda Riley

Lucinda Riley hat mit diesem Buch einen wirklich tollen Krimi geschrieben. Sie hat einen unnachahmlichen Schreibstil, der auch auf dieses Genre wunderbar anwendbar ist. Die Figuren waren authentisch, gut ausgearbeitet und interessant. Die Umgebungsbeschreibungen waren nicht zu ausschweifend, die Atmosphäre greifbar. Die Ermittlungen zogen sich für meinen Geschmack ein wenig in die Länge - es hätten auch gerne 100 Seiten weniger sein können. Die Autorin schwenkte zwischen polizeilichen Ermittlungen und der Darstellung der Privatleben der einzelnen Figuren hin und her. Manches war mir bei der großen Anzahl der Charaktere zu viel, zu wirr. Am Ende wurde dann aber alles entwirrt und ich bedaure es sehr, dass dieses Buch nicht schon viel früher veröffentlicht und somit zur Serie wurde.

Mimik von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek hat mit fachlicher Beratung durch Dirk Eilert einen sehr spannenden Psychothriller geschrieben. Bei diesem Buch war nicht nur die Gestaltung, sondern auch das Thema sehr interessant. Die Figuren waren authentisch und gefielen mir gut. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Was Sebastian Fitzek immer gut kann, ist, den Leser zu überraschen. Gerade zum Ende hin haut er eine Wendung nach der nächsten raus, ohne dass sie übertrieben wirkten. Mir blieb der Mund offenstehen und jedes Mal war es noch nicht das Ende ... Der große finale Knall kam wirklich erst zum Schluss und hatte es in sich! Ich bin restlos begeistert von diesem Werk und kann es euch nur empfehlen.

Shadow Land von Rainer Wekwerth

Rainer Wekwerth ist bekannt dafür, dass seine Geschichten immer etwas Besonderes beinhalten. So auch hier. Er bringt die Story, die in der Zukunft spielt, dem Leser auf wunderbare Weise näher. Der Autor bringt einen dazu, sich mit der kreierten Welt auseinanderzusetzen und trotzdem jede Menge Spaß zu haben. Authentische Figuren und ein wahnsinnig interessantes Worldbuilding runden seine Geschichten immer ab. Abschließend lässt sich sagen, dass auch dieses Abenteuer wieder einmal spannend war und ich es nicht nur den jüngeren Lesern unter uns empfehlen möchte.